Mit Innovationen auf Erfolgskurs: Purholz feiert zehnjähriges Bestehen
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Mit Innovationen auf Erfolgskurs: Purholz fühlt sich wohl in Mittweida Unternehmen feiert zehnjähriges Bestehen - Insgesamt mehr als 2,5 Millionen Euro investiert - Kundenkreis auf benachbartes Ausland ausgeweitet

Auch daraus macht Margot Sander kein Geheimnis: „Die Jahre von 1995 bis 1997 waren schwer. Einer unserer Hauptkunden hat Pleite gemacht, wir mussten die Zahl unserer Mitarbeiter auf unter 30 reduzieren“, erinnert sich die geschäftsführende Gesellschafterin der Mittweidaer Firma Purholz. Doch das ist längst Geschichte. Mittlerweile hat das Unternehmen, das Margot Sander zusammen mit Christine Kuhn vor zehn Jahren von der Treuhand gekauft hat, mit einem Jahresumsatz von rund 3,5 Millionen Euro wieder sicheres Fahrwasser erreicht.

„Mittlerweile liefern wir unsere Produkte weit über die Region hinaus in ganz Deutschland und ins benachbarte Ausland wie Belgien und Österreich“, fügte die Firmenchefin hinzu. Die beiden geschäftsführenden Gesellschafterinnen, die für ihren Erfolg 1995 mit dem Titel „Unternehmerinnen des Jahres im Freistaat Sachsen“ ausgezeichnet worden sind, haben nach dem Kauf des Holzbaus Mittweida rund 2,5 Millionen Euro in das Unternehmen gesteckt.

„Vor allem in moderne Maschinentechnik und in Fahrzeuge“, ergänzte Margot Sander bei einem Gespräch mit „Freie Presse“. Groß ist die Firma auch in ihrer Ausdehnung: Von den rund 15.000 Quadratmetern wird auf mehr als 6000 Quadratmetern unmittelbar produziert.

 

Zurzeit sind bei der Purschaum und Holz GmbH und bei der 1997 gegründeten Purholz Verbundelemente GmbH insgesamt 35 Personen beschäftigt. Lehrlinge bildet das Unternehmen nicht mehr aus. „Allerdings stellen wir häufig bei EDB in Altmittweida ausgebildete Tischler bei uns ein“, fügt Margot Sander hinzu. Zuvor sei es häufig vorgekommen, dass bei Purholz ausgebildete Lehrlingen von anderen Firmen abgeworben wurden. Die Produkte des Unternehmens reichen von wärmegedämmten Sandwichelementen für Raumsysteme über neue Verbundprodukte für Bauten in der Lebensmittelindustrie bis zu selbstentwickelten Bausätzen im Holzbau. „Seit kurzem haben wir auch Kontakt zu Kunden in Polen“, freute sich Margot Sander über die Resonanz der Erzeugnisse und fügte hinzu: „Unser Fortschritt hat Tradition.“ Einen anderen Standort als Mittweida könne sie sich nicht vorstellen: „Wir fühlen uns wohl hier.“ Auch wenn der Zustand der Bahnhofsstraße seit Jahren für die Firma eine große Belastung sei.

 

Freie Presse Mittweida 2002

 

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„Framo“, „Barkas“, Baumwollwindeln, Rauhfasertapete, Radios - so hießen die Produktions-Schlager vor Zeiten aus der Region. Aber auch heute erregen Erzeugnisse hiesiger Unternehmen weithin Aufmerksamkeit. In einer Serie stellt „Freie Presse“ die pfiffigsten Produkte vor.

 

Vor einigen Wochen brachen sieben Lkw von der Mittweidaer Bahnhofstraße aus zu einer Fahrt in die Schweiz auf. Ihre Ladung: Elemente für den Kühlhausbau in Käsereien. Diese leichten, lebensmittelechten und gut dämmenden Platten aus glasfaser-verstärktem Kunststoff und Polystyrol sind die neuesten Produkte der Purholz Verbundelemente GmbH Mittweida. „Das Jahr 2002 begann für uns sehr verhalten. Weil wir aber solche Situationen nicht einfach hinnehmen, haben wir geschaut, was der Markt braucht. Aus Anregungen von außen und eigenen Ideen entstand so ein neues Segment für unser Unternehmen“, erklärt die ge-schäftsführende Gesellschafterin Margot Sander. Sandwich-Tech-nologie nennt der Fachmann die Fertigungsweise, für die Purholz Know-how besitzt. Dabei werden Deckschichten aus Stahlblech, Holz, Kunststoff oder Silikatgemischen mit dämmenden Schäumen oder Fasern verbunden.

Begonnen hat die 1992 privatisierte Firma mit der Herstellung von Raummodulen für den Gewerbe- und Hotelbau sowie für Miet-objekte. Viele eigene Entwicklungen beispielsweise zur Brand- und Schallschutzverbesserung sind seitdem in diese Elemente geflos-sen. Aus dem Raummodul selbst entstand die Idee, diese Seg-mente auch im Eigenheimbau zu nutzen. Sie sind leicht und haben eine schlanke Außenhaut. „Das schafft bis zu zehn Prozent mehr Wohnfläche im Vergleich mit anderen Elementen“, nennt Margot Sander einen Vorteil. Ein weiterer Pluspunkt: „Für die Segmente braucht man keinen Kran. Hausbauer können damit gut schnell selbst bauen. Wir haben Beispiele in der Region, wo es Familien geschafft haben, in einem Sommer das Haus aufzusetzen“, infor-miert die Purholz-Chefin, die für 2003 bereits feste Lieferaufträge in ihren Büchern hat.

 

Neben der unmittelbaren Umgebung sind die Module aus Mitt-weida vor allem in Belgien und Spanien gefragt. Nach dem schlechten Start ins Jahr hat die 35-köpfige Stammbelegschaft gerade in diesem Bereich gut zu tun. Margot Sander ist optimis-tisch, dass der anvisierte Umsatzwert von 3,8 Millionen Euro in diesem Jahr erreicht wird. (IR)

 

Freie Presse Chemnitz 2002