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Sandwiches zum Wohnen und zum
Kühlen „Made in MW“ - oder was heutzutage so alles im Landkreis
Mittweida produziert wird
„Framo“,
„Barkas“, Baumwollwindeln, Rauhfasertapete, Radios - so hießen die
Produktions-Schlager vor Zeiten aus der Region. Aber auch heute erregen
Erzeugnisse hiesiger Unternehmen weithin Aufmerksamkeit. In einer
Serie stellt „Freie Presse“ die pfiffigsten Produkte vor.
Vor einigen
Wochen brachen sieben Lkw von der Mittweidaer Bahnhofstraße aus zu
einer Fahrt in die Schweiz auf. Ihre Ladung: Elemente für den Kühlhausbau
in Käsereien. Diese leichten, lebensmittelechten und gut dämmenden
Platten aus glasfaser-verstärktem Kunststoff und Polystyrol sind die
neuesten Produkte der Purholz Verbundelemente GmbH Mittweida.
„Das Jahr 2002 begann für uns sehr verhalten. Weil wir aber solche
Situationen nicht einfach hinnehmen, haben wir geschaut, was der Markt
braucht. Aus Anregungen von außen und eigenen Ideen entstand so ein
neues Segment für unser Unternehmen“, erklärt die ge-schäftsführende
Gesellschafterin Margot Sander. Sandwich-Tech-nologie nennt der Fachmann
die Fertigungsweise, für die Purholz Know-how besitzt. Dabei werden
Deckschichten aus Stahlblech, Holz, Kunststoff oder Silikatgemischen
mit dämmenden Schäumen oder Fasern verbunden.
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Begonnen
hat die 1992 privatisierte Firma mit der Herstellung von Raummodulen
für den Gewerbe- und Hotelbau sowie für Miet-objekte. Viele eigene Entwicklungen
beispielsweise zur Brand- und Schallschutzverbesserung sind seitdem
in diese Elemente geflos-sen. Aus dem Raummodul selbst entstand die
Idee, diese Seg-mente auch im Eigenheimbau zu nutzen. Sie sind leicht
und haben eine schlanke Außenhaut. „Das schafft bis zu zehn Prozent
mehr Wohnfläche im Vergleich mit anderen Elementen“, nennt Margot Sander
einen Vorteil. Ein weiterer Pluspunkt: „Für die Segmente braucht man
keinen Kran. Hausbauer können damit gut schnell selbst bauen. Wir haben
Beispiele in der Region, wo es Familien geschafft haben, in einem Sommer
das Haus aufzusetzen“, infor-miert die Purholz-Chefin, die für 2003
bereits feste Lieferaufträge in ihren Büchern hat.
Neben der unmittelbaren
Umgebung sind die Module aus Mitt-weida vor allem in Belgien und Spanien
gefragt. Nach dem schlechten Start ins Jahr hat die 35-köpfige Stammbelegschaft
gerade in diesem Bereich gut zu tun. Margot Sander ist optimis-tisch,
dass der anvisierte Umsatzwert von 3,8 Millionen Euro in diesem Jahr
erreicht wird. (IR)
Freie Presse Chemnitz 2002
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